Lavespreis

Die Lavesstiftung möchte bei Studierenden, Lehrenden und in der Öffentlichkeit das Verständnis dafür schärfen, dass die berufliche Tätigkeit von Architekten, Innen- und Landschaftsarchitekten weit über das Entwerfen hinausgeht. Denn nicht nur qualitätsvolle Realisierungen, auch Entwurfsqualitäten selbst entstehen erst durch die Wechselwirkung mit Überlegungen etwa zur Materialgerechtigkeit und konstruktiven Logik.

Mit dem Lavespreis werden Arbeiten ausgezeichnet, die sich der ganzheitlich-komplexen Qualität des Entwurfs widmen und auch technisch-konstruktive Aspekte der Umsetzung berücksichtigen. Dies können Studienarbeiten der Bereiche Hochbau, Möbelbau, Innenausbau sowie Freianlagengestaltung sein. Erwartet wird eine über den Gesamtentwurf hinausgehende, exzellente Vertiefung der Planung.

nachhaltig entwerfen  I  detailliert planen

Besondere oder komplexe Bauaufgaben wie Flughafen- und Museumsentwürfe zu bearbeiten, an die gestalterischen und konstruktiven Grenzen zu gehen oder auch Visionen zu entwickeln, das alles ist fester Bestandteil eines Studiums und bereitet auf den Beruf vor. Für die spätere Berufspraxis und den beruflichen Erfolg kommt es aber genauso darauf an, realitätsbezogen und zielgerichtet an Planungsaufgaben heranzugehen und diese konstruktiv durcharbeiten zu können. Denn nur so lassen sich die Gestaltungsideen auf der Baustelle auch gelungen umsetzen. Dieses Entwerfen bis ins technisch-konstruktive Detail ist anspruchsvoll, insbesondere wenn gute neue Architektur entstehen soll. Ob Bauteilanschlüsse, Materialien oder räumliche Qualitäten: unter dem Schlagwort der Nachhaltigkeit bekommt die detaillierte Ausgestaltung eines Entwurfs eine ganz neue Aktualität, an der kein zukünftiger Architekt vorbeikommt.

Die Lavesstiftung lobt daher jedes Jahr den mit 5.000 EUR dotierten Lavespreis aus. Ausgezeichnet werden Arbeiten mit hoher entwurflicher Qualität und hervorragenden Detaillösungen, die auch dem Aspekt der Nachhaltigkeit gerecht werden. Teilnahmeberechtigt sind alle Studierenden der Architektur, Innenarchitektur und Landschaftsarchitektur an niedersächsischen Universitäten und Fachhochschulen. 

Entwurf eines neuen Hochhaustyps zum Wohnen und Arbeiten gewinnt den Lavespreis 2018

Foto: Klöpper

Lavesstiftung zeichnet den beruflichen Nachwuchs der niedersächsischen Architekten aus – und die Studierenden beteiligen sich mehr als je zuvor

Hannover: Charlotte Schwartz und Rebekka Wandt von der Leibniz Universität Hannover gewannen am 6. Dezember den Lavespreis 2018 für den Entwurf eines Hochhauses in Mailand. Insgesamt 60 Arbeiten und damit mehr als je zuvor wurden von den niedersächsischen Studierenden eingereicht.
Die Preisträgerinnen beschäftigten sich in ihrer Arbeit mit der aktuellen Frage, welche Form neuen Wohnraums eine Stadt wie Mailand braucht? „Unsere Antwort darauf ist die Kombination aus einer stark komprimierten Form des privaten Rückzugsorts, dem flexibel zur Verfügung stehenden Arbeitsplatz und den Schnittstellen zur sozialen Gemeinschaft“, so Schwartz und Wandt.
Ihr Entwurf überzeugte die Jury unter Vorsitz von Prof. Volker Staab von der TU Braunschweig gerade durch die Unterbringung verschiedener Wohn- und Arbeitsformate auf einem einheitlichen Grundriss. Wie ein großes Stadtregal mit unterschiedlichsten Füllungen demonstriere das Haus auch nach außen den gemeinsamen modularen Charakter und die Vielfalt der möglichen Nutzungen. Auch Wolfgang Schneider, Vorsitzender der Lavesstiftung, betonte die hohe Entwurfsqualität des Beitrags – die jedoch auch in den anderen prämierten Arbeiten sichtbar werde.
Die Lavesstiftung überreichte den Preis im Laveshaus, wo die Ausstellung der Arbeiten noch bis Ende Januar zu sehen ist.

Bereits seit 2007 gibt es die Lavesstiftung, die 1998 von der Architektenkammer Niedersachsen als „Stiftung zur Förderung des beruflichen Nachwuchses“ ins Leben gerufen wurde. Gemeinsam wollen beide Institutionen mit Bezug auf den königlichen Hofbaumeister Laves den Bogen von der hannoverschen Tradition in die niedersächsische Zukunft des Bauens spannen.

Die Broschüre mit allen Preisen ist bei der Lavesstiftung erhältlich und auch online unter lavesstiftung.de als Download zu finden.

1. Preis
Charlotte Schwartz, Rebekka Wandt
GIOIA +, ein Hochhaus in Mailand
Leibniz Universität Hannover

2. Preis
Moritz Engel
healing architecture: ein neues Distriktkrankenhaus in Ruanda
Leibniz Universität Hannover

3. Preis
Sarah Maafi
Waldlied: Ein Besucherzentrum am Oderteich
Leibniz Universität Hannover

Anerkennungen
Heiko Lubs
From Township to Town
Leibniz Universität Hannover

Anne von Lipinski, geb. Bauermeister
Gründer- und Ausbildungszentrum am Hagenmarkt
TU Braunschweig

Franziska Faber
Aut Nilus aut Nihil – ein Besucher- und Forschungszentrum für den Nil in Ägypten
Leibniz Universität Hannover

Nils Lennart Klinkmann
!Benvinguda a Catalunya! – Ein Kreuzfahrtterminal für Barcelona
Leibniz Universität Hannover

Alexandra Othmer
Carlo Mollino Forum
Leibniz Universität Hannover

Tobias Boysen, Quang Minh Huynh
Torre Nuova | Milano
Leibniz Universität Hannover

Fabian Wenning, Jan Wilmer
Torre Gioia
Leibniz Universität Hannover

Miryam Aykurt
Eine Tagungsstätte für das Kloster Zafaran
Leibniz Universität Hannover

Linda-Marie Fenner
Eine Safari-Lodge an der Elfenbeinküste
Leibniz Universität Hannover

Nils Hiddessen
Students in Navigli
Leibniz Universität Hannover